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Pflegeheim wird Corona-Hotspot: Zahl der Infizierten und Toten weiter gestiegen

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Pflegeheim wird Corona-Hotspot: Zahl der Infizierten und Toten weiter gestiegen

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Nachdem sich in einem Pflegeheim die Corona-Fälle häuften, gab es in der Einrichtung eine Reihentestung. Das erschreckende Ergebnis: Rund 100 Infizierte – binnen 14 Tagen. Und die Zahl steigt weiter.

  • In einem Pflegeheim in Geretsried kam es zu einem Corona-Ausbruch.
  • Seit Sonntag zählt die Einrichtung als Corona-Hotspot.
  • Die Zahl der Infizierten und Toten ist inzwischen weiter angestiegen. (Siehe Updates vom 2. und 3. Februar.)

Update vom 3. Februar, 15.36 Uhr: Am heutigen Mittwoch, 3. Februar 2021, Stand 12 Uhr, sind im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen 125 Personen positiv auf Covid-19 getestet und in Isolation. 120 Personen befinden sich aktuell in Quarantäne, da sie vom Gesundheitsamt als Kontaktperson der Kategorie 1 eingestuft wurden.

Pflegeheim wird zu Corona-Hotspot: Weiterer Bewohner an Infektion gestorben

Leider sind drei weitere Todesfälle (Jahrgänge 1931, 1940, 1940) zu vermelden, sodass sich die Zahl derer, die mit oder an dem Coronavirus verstorben sind, auf 48 erhöht hat. Unter den Verstorbenen ist auch eine weitere Person aus der Einrichtung in Geretsried, in der das Virus bislang in mehr als 100 Fällen nachgewiesen worden war. 

Corona-Ausbruch in Pflegeheim: Mehr als 100 Fälle – binnen zwei Wochen

Update vom 2. Februar, 17 Uhr: Im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen sind zwei weitere Menschen im Kontext mit einer Coronavirus-Infektion gestorben. Die Fälle stehen nicht im Zusammenhang mit dem massiven Ausbruch des Virus im Pflegeheim St. Ursula in Geretsried.

Nach Corona-Ausbruch in Pflegeheim: Zahl der Infizierten weiter gestiegen

Das betont die Pressesprecherin des Landratsamts, Sabine Schmid, auf Nachfrage unserer Zeitung – ohne den Namen der Einrichtung zu nennen. Aber: In dem Geretsrieder Heim „wurde eine weitere Person aus der Mitarbeiterschaft positiv getestet“, berichtet Schmid. Die Gesamtzahl der Infizierten beträgt nunmehr 102 Personen.

Als sogenannte aktive Fälle werden aktuell 38 Bewohner und zwölf Mitarbeiter subsumiert. Sieben Personen davon befinden sich in stationärer Behandlung. „Die Zahl der Verstorbenen in dieser Einrichtung liegt unverändert bei zwei“, so die Behördensprecherin am Dienstag. 37 Bewohner und 13 Beschäftigte konnten aus der Isolierung wieder entlassen werden.

Geretsried: Rund 100 Infizierte binnen 14 Tagen – 2 Bewohner gestorben

In einer Einrichtung in Benediktbeuern sind derzeit noch drei Personen aus der Bewohnerschaft – zwei davon befinden sich in stationärer Behandlung – und drei Mitarbeiter in Isolation. Eine Person aus dem Personal wird stationär behandelt. In der Einrichtung hatten sich seit 17. Januar 32 Bewohner und Mitarbeiter infiziert. Vier Bewohner starben an oder mit dem Coronavirus. Aus der Isolierung konnten mittlerweile 23 Personen wieder entlassen werden.  

Update vom 1. Februar, 17.30 Uhr: Geretsried/Bad Tölz – In einem Pflegeheim in Geretsried haben sich binnen 14 Tagen gut 100 Personen mit dem Coronavirus infiziert (wir berichteten). In 77 Fällen handelt es sich um Bewohner der Einrichtung, dazu kommen zwei Dutzend Mitarbeiter. Zwei Bewohner sind im Zusammenhang mit Covid-19 verstorben, teilte am späten Montagnachmittag die Pressesprecherin des Landratsamts, Marlis Peischer, mit.

Corona-Ausbruch in Geretsried: Rund 100 Infizierte in Pflegeheim – zwei Bewohner starben

Stationär behandelt werden müssen aktuell sieben Bewohner. 51 der positiv getesteten Senioren waren laut Peischer am 12. Januar das erste Mal geimpft worden – „bevor das Virus bei ihnen nachgewiesen wurde“. Ein Mitglied des Personals „war sieben Tage vor dem Nachweis des Virus das zweite Mal geimpft worden“. Man gehe davon aus, dass der Impfstoff „seine volle Wirksamkeit 14 Tage nach der Zweitimpfung entfaltet“, erläutert die Behördensprecherin.

Geretsried: Altenheim wird zu Corona-Hotspot – Einrichtung gibt keine Auskünfte

Nach Informationen unserer Zeitung handelt es sich um das Pflegeheim St. Ursula, das unter seinem Dach auch eine ambulante therapeutische Wohngemeinschaft und eine sozialtherapeutische Langzeiteinrichtung betreibt. „Wir geben dazu keine Auskünfte“, sagte eine Mitarbeiterin der Pflegeheim GmbH am Montag auf Anfrage unserer Zeitung.

Die renommierte Einrichtung in Geretsried, die seit dem Jahr 1950 besteht und bei Qualitätskontrollen durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) stets sehr gute Noten bekam, gilt spätestens seit Sonntag als Corona-Hotspot im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Nach einer Häufung von Fällen seit Mitte Januar fand am vergangenen Donnerstag eine Reihentestung in dem Pflegeheim an der Sudetenstraße statt. Am Sonntag berichtete das Landratsamt in einer Pressemitteilung von zirka 100 infizierten Personen.

Corona-Hotspot in Bad Tölz-Wolfratshausen: Pflegeheim steht in engem Kontakt mit Gesundheitsamt

Das Gesundheitsamt in Bad Tölz halte seit Beginn des Ausbruchs intensiven Kontakt zur Leitung der Einrichtung – „und hat dabei auch das Hygienekonzept im Fokus“, so Peischer am Montag gegenüber unserer Zeitung. Da in der Einrichtung einige Bewohner körperlich noch sehr mobil seien, bestehe die größte Herausforderung darin, die Trennung der positiv getesteten Personen und der Kontaktpersonen 1 strikt einzuhalten. Peischer: „Dafür wurde die Einrichtung streng in Pandemie- und Quarantänezonen getrennt.“ Allerdings seien zu einem sehr frühen Zeitraum des Infektionsgeschehens „die Infektionen in allen Bereichen der Einrichtung aufgetreten“.

Wie kam es mutmaßlich zum Eintrag des Coronavirus in die in die Altenpflegeeinrichtung? „Erstmals waren zwei Personen mit positiven Tests aufgefallen“, berichtet die Sprecherin des Landratsamts. Konkret habe es sich um einen Mitarbeiter sowie um einen Bewohner gehandelt. Der tatsächliche sogenannte Indexfall lasse sich nicht definieren.

Corona-Ausbruch nach Impfungen: Heimbetrieb nicht gefährdet

Der Betrieb des Heims ist nach Angaben der Kreisbehörde nicht gefährdet. Die Erklärung: Seit Beginn des Ausbruchs vor zwei Wochen konnten bereits einige Personen aus der Isolation entlassen werden, „darunter auch einige der betroffenen Personen aus dem Personal“. Die aus der Isolation entlassenen Personen gelten als genesen. Der Betrieb der Einrichtung „ist derzeit gewährleistet“, stellt Peischer fest.

Das mobile Einsatzteam der Aicher-Gruppe, die die zwei Impfzentren an der Kreisklinik Wolfratshausen und an der Asklepios-Stadtklinik in Bad Tölz betreibt, führte am 12. Januar in Sankt Ursula Erstimpfungen durch. 51 der inzwischen positiv getesteten Bewohner hatten eine Erstimpfung erhalten, bevor das Virus bei ihnen nachgewiesen wurde. Insgesamt haben in der Einrichtung nach Mitteilung des Landratsamts bereits über 70 Prozent der Bewohner die erste Impfung erhalten. „Das Personal wurde bereits komplett geimpft“, ergänzt Peischer.

Corona-Hotspot in Geretsried: Bisher keine Mutationen in Altenheim nachgewiesen

„Standardmäßig“, so die Sprecherin der Kreisbehörde, sind fünf Prozent der positiven Proben, das heißt, fünf, auf Mutationen untersucht worden. Eine Corona-Mutante sei nicht nachgewiesen worden. Warum nennt das Landratsamt nicht den Namen der Einrichtung? „Aus Datenschutzgründen haben wir uns entschlossen, stets nur den Ort einer Einrichtung, nicht aber die Einrichtung selbst zu nennen“, antwortet Peischer. Dies geschehe „aus Respekt gegenüber den Betroffenen.“

Die Erfahrung der vergangenen Monate zeige, dass Betroffene sich nach wie vor teilweise dafür rechtfertigen müssten, dass sie sich infiziert haben. „Wir wollen die Öffentlichkeit über ein Ausbruchsgeschehen informieren, zugleich aber ein gewisses Maß an Privatsphäre der Betroffenen wahren“, so die Behördensprecherin.

Selbstredend gilt für die Einrichtung an der Sudetenstraße ein generelles Besuchsverbot. Im Pflegebereich des Hauses werden laut Homepage der St.-Ursula-Pflegeheim GmbH 53 Personen betreut, in der ambulanten therapeutischen Wohngemeinschaft haben insgesamt fünf Bewohner ein Zuhause. In der sozialtherapeutischen Langzeiteinrichtung stehen laut Betreiber 126 „offene und geschlossene Plätze für Frauen und Männer zur Verfügung“.

Ursprünglicher Artikel vom 1. Februar, 10.56 Uhr: