Von Peter Haisenko 

Niemand kann behaupten, man wisse nicht, was die Folgen wären, wenn Kiew russisches Territorium angreift. Putin hat hier keinen Zweifel gelassen, dass nach Überschreiten dieser roten Linie gewaltige Antworten folgen werden. Nach dem Anschlag auf die Kertsch-Brücke ist es nun soweit. Es fehlt nur noch die offizielle Kriegserklärung.

Seit acht Jahren mordet Kiew russische Einwohner der Ostukraine ungestraft. Da darf man sich nicht wundern, wenn die Referenden dort mit überwältigender Mehrheit für den Beitritt zu Russland ausgegangen sind. Vier Verwaltungsbereiche sind jetzt Mitglied der Russischen Föderation und somit ist jeder Angriff Kiews auf diese Gebiete ein direkter Angriff auf Russland. Wiederum seit acht Jahren ist die Krim Teil Russlands. Den Menschen dort geht es jetzt gut, obwohl Kiew alles getan hat, das zu verhindern. Man hat einen wichtigen Damm zerstört und die Wasserzufuhr gestoppt. Das hat Russland mit seiner Spezialoperation schon behoben. Aber bis jetzt war diese Spezialoperation in seinen Zielen eng begrenzt, was in Russland selbst nicht nur gelobt worden ist. Moskau, Putin persönlich, beharrte aber bis jetzt darauf, der ukrainischen Zivilbevölkerung so wenig Schaden wie möglich zuzufügen. Das ist seit heute vorbei.

Putin hatte gesagt, Russland hätte mit seiner Operation noch gar nicht richtig angefangen. Der Morgen des 10. Oktober hat einen Eindruck beschert, was er damit meinte. Die Region Kiew und der gesamte Westen der Ukraine ist während der letzten Monate nicht angegriffen worden. Jetzt aber fanden viele russische Raketen auch in diesen Gebieten ihre Ziele. Elementare Infrastruktur wurde zerstört und es wurden Treffer auf die oder ganz nahe an den Kommandozentren des Militärs und des ukrainischen Geheimdienstes SBU gemeldet. Großflächige Strom- und damit Internetausfälle waren die Folge. Erstmals waren die Warnungen Kiews über Luftalarm berechtigt. So, wie Kiew mit seinem Terror im Osten die Menschen in Dauerstress versetzt hatte, trifft es jetzt Kiew direkt. Nachdem Kiew seit Monaten den Atomkomplex in Saporischija durch Dauerbeschuss zerstören wollte, trifft es jetzt die Energieinfrastruktur weiter im Westen.

Hatte der Westen seine Finger drin, im Angriff auf die Kertsch-Brücke?

Kiew wollte mit seinem Anschlag auf die Kertsch-Brücke die Versorgung der Krim abschneiden. Nicht nur den militärischen Nachschub. So, wie die Wasserversorgung abgeschnitten worden ist. Natürlich hat der kollektive Westen schon versucht, auch diesen Angriff Russland in die Schuhe zu schieben, obwohl die Reaktionen aus Kiew eindeutig waren. Russland hat allerdings die gesamte Lieferkette für den Sprengstoff für die Explosion minutiös nachvollzogen und die führt bis nach Bulgarien, wo der Sprengstoff in die Ladung verbracht worden ist. Das heißt, der „Westen“ war zumindest verwickelt in diesen Angriff. Was das aber für Folgen haben wird, ist noch völlig offen. Bis jetzt bekommt es nur Kiew zu spüren. Was würde aber sein, wenn Russland als Reaktion darauf alle seine Energielieferungen Richtung Westen einstellte? Gute, dunkle, Nacht Deutschland!

Putin hat über lange Jahre eine Engelsgeduld gegenüber Kiew praktiziert. Er hat gewarnt, dass diese ein Ende finden würde. Niemand hat ihn ernst genommen. Das war ein Fehler, denn ich bin überzeugt, dass Putin und seine Mannschaft jetzt wirklich grantig sind und nicht mehr zurückkehren werden, zu ihrem zurückhaltenden Vorgehen. Wie Putin richtig sagte, ist es völlig gleichgültig, was Moskau tut, denn der Westen wird so oder so nicht einmal daran denken, das Sanktionsregime gegen Russland zu beenden. Man muss es sich nochmals ins Gedächtnis rufen: Nicht nur die deutsche Außenministerin hat das Ziel offen formuliert, man wolle Russlands Wirtschaft zerstören, um eine neue Regierung in Moskau installieren zu können. Was ist das anderes, als eine nur leicht verklausulierte Kriegserklärung?

Noch ist es eine begrenzte Aktion

So, wie es jetzt aussieht, ist der aktuelle Beschuss von Russland gegen Kiew wieder eine begrenzte Aktion. Der Kreml teilte mit, dass alle Ziele erreicht worden sind. Nota bene: Es wurden keine Zivilisten beschossen, nur Infrastrukturbetriebe. Es gab nahezu keine zivilen Opfer. Es ist also ein finaler Warnschuss und man kann nur hoffen, dass Kiew diesen endlich ernst nimmt. Dass sich Kiew darüber klar wird, dass es vom Westen nicht beschützt werden kann. Auch nicht von der NATO, denn Kiew ist kein Mitglied in diesem Terrorverein. Moskau hat also die Taktik des Westens übernommen, die gegen Russland angewendet wird, und wendet diese jetzt gegen Kiew an. Allerdings mit dem Unterschied, dass Moskaus Vorgehen wirkungsvoll ist. Die Schläge auf ukrainische Infrastruktur werden den Westukrainern richtig wehtun. Stromausfälle und kalte Wohnungen werden die Folge sein. Das wiederum kann dazu führen, dass sich auch die Westukrainer gegen die Hasardeure in Kiew wenden werden und die Verbrecher um Selenskij stürzen. Was kann man schon ohne Strom anderes tun, als auf die Straße zu gehen und zu protestieren? Achtung, das gilt auch für Deutschland.

Dass Moskau mit den erfolgten Schlägen noch nicht in die Vollen gegangen ist, mag man daran ermessen, dass das Gas noch nicht abgedreht worden ist. Allerdings sollte auch nicht vergessen werden, dass bei einem größeren Stromausfall auch die Gas- und Wasserversorgung nicht mehr funktioniert. Radio, Fernsehen, Internet, (auch Öl-)Heizungen… Ach ja, Tankstellen funktionieren ohne Strom auch nicht. Hallo Deutschland, vergesst das nicht! Die Herren im Kreml sitzen am längeren Hebel. Sie haben die Kontrolle über die wichtigen Güter, ohne die der Westen nicht auskommen kann. Da helfen auch keine Bittprozessionen nach Arabien, denn die Saudis drosseln ihre Ölproduktion. Die wissen schon länger, auf wen sie sich verlassen können…und auf wen nicht. Wer sie unter Kontrolle halten will und wer das nicht plant. Vergessen wir nicht: Die USA, der Westen, sind abhängig von den Saudis, müssen sie deswegen unter Kontrolle halten, was für Russland nicht der Fall ist.

Wie lange wird es noch das Kriegsministerium in Kiew geben?

Mit den erfolgreichen Referenden im Osten der Ukraine hat sich alles geändert. Russland verteidigt jetzt Teile der Russischen Föderation und das Leben der Einwohner dort. Die russischen Streitkräfte und die der Volksrepubliken Donezk und Lugansk stehen jetzt unter einem gemeinsamen Oberkommando und werden so noch effektiver vorgehen können. Ebenso, wie jetzt auch Waffen und Nachschub geliefert werden können. Es ist nämlich so, dass der gelernte Jurist Putin ziemlichen Unmut auf sich geladen hatte, weil er immer versucht, alles nach Völkerrecht korrekt abzuwickeln. Das verbot ihm ein frühzeitigeres Eingreifen und Waffenlieferungen. Das ist jetzt anders und die ukrainischen Streitkräfte werden das spüren. Was nämlich bislang auffällig war ist, dass bei der bisherigen Spezialoperation noch keine Exemplare der neuesten Militärtechnik Russlands zu sehen waren. Kein „Armata-Panzer“ und keine überschallschnellen Langstreckenbomber. Auch das wird sich jetzt ändern.

Moskau hat einen kleinen Eindruck aufblitzen lassen, was es kann. Die NATO hingegen hat ihr Pulver schon verschossen. Fachleute im Westen warnen, dass man sich entwaffnen wird, wenn weiterhin in diesem Ausmaß an Kiew geliefert wird. Interessant an der aktuellen Situation ist, dass sich die Verhältnisse umgekehrt haben. War es bislang immer so, dass die USA mit ihrer ungestörten Produktion Waffen und Material in nahezu unbegrenztem Ausmaß an Kriegsparteien liefern konnten, trifft das gerade nicht mehr zu.

Moskau hat vorgesorgt

Die allgemeine Produktion wurde heruntergefahren und selbst die USA können aktuell nicht so schnell produzieren, wie Kiew es fordert. Anders in Russland. Spätestens mit dem Putsch auf dem Maidan war dem Kreml klar, dass der Westen Krieg gegen Russland will, bis zum letzten Ukrainer. So hat Moskau seit mindestens acht Jahren einigermaßen unbemerkt seine Waffenentwicklung und Produktion aufgebaut und enorme Reserven angelegt. Auch die aktuelle Produktion läuft auf einem ungewöhnlich hohen Niveau, mit dem der Westen aktuell nicht mithalten kann. Es wird Jahre dauern, bis das wieder anlaufen kann. Dasselbe gilt auch für die blödsinnigen Versprechen, auf russische Energie verzichten zu wollen. Selbst wenn es erreichbar wäre, würde der Übergang erst in einigen Jahren vollzogen sein können. Bis dahin: Gute Nacht Deutschland.

Wie es mit der Restukraine weitergehen wird, hängt jetzt davon ab, wie sich Kiew verhält. Wird es weiterhin sklavisch den Anordnungen Washingtons und Londons Folge leisten und so die vollständige Zerstörung der Strukturen des verbliebenen Rests vorantreiben, oder wird es zurückkehren, zu einem vernünftigen Verhalten? Einem Verhalten, das dem Frieden dient, ohne Rücksicht auf das, was die NATO will. Das das Morden beendet, das Kiew seit acht Jahren gnadenlos betrieben hat und weiter tut, mit dem andauernden Beschuss von Donezk und anderen zivilen Einrichtungen im Osten.

Bis jetzt ist es noch eine begrenzte Operation

Noch hat Russland der Ukraine, Kiew, nicht den Krieg erklärt. Es hat begrenzte Vergeltungsschläge durchgeführt, als solide Warnung. Vergleicht man das mit dem, was sich Israel gegenüber den Palästinensern erlaubt und dafür nicht getadelt wird, dürften keine Vorwürfe an Russland formuliert werden. Eines aber sollte jetzt auch Selenskij klar sein. Wird er seine irrsinnige Politik gegenüber Russland fortführen, wird er sich binnen kurzer Zeit in einem dunklen, kalten Loch wiederfinden. Ohne Strom und Heizung, aber mit einem pulverisierten Kriegsministerium. Mit ihm werden sich seine Schutzbefohlenen im gleichen Zustand befinden und wie lange die ihm dann weiter folgen wollen, ist absehbar. Auch die militärische Infrastruktur ist auf Strom angewiesen und die Generäle wissen das. Wie lange werden die noch das sinnlose Abschlachten ihrer Jungs mitmachen? Werden sie gegen Selenskij putschen, wenn Russland den Krieg erklärt mit der Ansage, die Stromversorgung gänzlich zu beenden? Sie wissen, dass Russland das kann und das sie nichts dagegen tun können.

Putin hat von Anfang an gesagt, er wolle den ukrainischen Bürgern keinen Schaden zufügen. Daran hat sich die russische Armee so weit wie möglich gehalten, auch wenn es höhere eigene Verluste bedeutete. Kiew hat mit seinem menschenverachtenden Vorgehen und jetzt mit dem Sprengstoffattentat auf die Brücke über den Kertsch intensiv genug darum gebettelt, ein wenig von den militärischen Fähigkeiten Russlands kennenzulernen. Wie jetzt sichtbar geworden ist, kann Russland binnen Stunden die gesamte Ukraine de-elektrisieren und damit komplett stilllegen. Das gilt im Übrigen auch für ganz Europa.

Die Lehre aus den heutigen Angriffen Russlands sollte sein: Man legt sich nicht mit einem großen Bären an, wenn man selbst nur ein Karnickel ist, dessen Höhle nur warm und beleuchtet ist, wenn der Bär es will. Und es wird sich zeigen, welche Wirkung es hat, wenn die Einwohner Kiews jetzt selbst zu spüren bekommen, wie es sich anfühlt, unter Beschuss zu stehen. So, wie es die Einwohner in Donezk und anderswo im Osten seit acht Jahren erleiden müssen. Vielleicht wird es jetzt den härtesten Nationalisten und Faschisten im Westen der Ukraine bewusst, wie verwerflich sie bislang gegenüber ihren Brüdern im Osten gehandelt haben und sie kommen zur Vernunft. Aber das ist wohl nur ein schöner Traum, denn ihr Hass auf alles Russische ist zu lange gepflegt und praktiziert worden. Die NATO hat das ausgenutzt und verstärkt. Dennoch hoffe ich, dass mit der aktuellen Machtdemonstration Russlands dem Sterben in der Ukraine ein Ende gesetzt werden kann. Wie Putin sagte: Wir haben den Krieg nicht begonnen, aber wir werden ihn jetzt beenden. Den Krieg, den Kiew vor acht Jahren mit Unterstützung des Westens vom Zaun gebrochen und barbarisch geführt hat.

Quelle: anderweltonline.com

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