Wir leben in einer Demokratie. Das glauben wir ernsthaft. Und beteiligen uns deshalb brav an Volksabstimmungen. Aber zu dem, was wirklich geschieht, haben wir rein gar nichts zu sagen. Das wird immer offensichtlicher. Wir sind Untertanen der nackten Willkür. Und glauben, frei zu sein.

Fühlen Sie sich persönlich versklavt? Vermutlich nicht. Immerhin können Sie das Haus jederzeit verlassen, ein Bier trinken gehen, die Arbeitsstelle frei wählen, in die Ferien fahren. Das ist nun nicht gerade das Profil eines Sklaven.

Aber darin liegt ja gerade die Genialität unserer Zeit. Man lässt uns glauben, völlig frei zu sein, obwohl wir das nicht sind. Und deshalb versucht niemand, auszubrechen. Im Gegenteil: Eine Mehrheit ist begeistert vom unsichtbaren Gefängnis. Sie wollen förmlich mehr davon. Man hat ihnen eingeredet, dass sie erst dann wirklich frei sind, wenn sie den Regeln folgen.

Ich habe in der «Weltwoche» dieser Tage über die «Twitter Files» geschrieben. Es geht darum, dass auf Twitter sogar Wortmeldungen, die erwiesenermassen der Wahrheit entsprechen, zensiert wurden. Weil sie unliebsame Auswirkungen hätten haben können. Sprich: Weil sie das, was der Staat verkündet, in Frage gestellt hätten.

Die Wahrheit muss also ausradiert werden, wenn sie nicht dem dient, was man den Bürgern verkaufen will. Das klingt nicht nur nach George Orwell, das IST George Orwell.

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Twitter hat das nicht aus freien Stücken getan. Der Staat, in diesem Fall die Vereinigten Staaten von Amerika, haben das einverlangt, und die damaligen Besitzer der Social-Media-Plattform haben brav gehorcht.

Das ist die neue Version von Versklavung, und sie nötigt mir durchaus professionellen Respekt ab. Wirklich verboten ist so gut wie nichts. Die Meinungsfreiheit wird gegen aussen hin gewährt. Aber sämtliche Kanäle, welche diese Meinungsfreiheit sicherstellen sollten, werden hinter den Kulissen auf Kurs gebracht. Sie blenden alles aus, was der echten Wahrheit ganz nah kommen könnte. So dass die Masse gar nie davon erfährt. Und deshalb zutiefst überzeugt ist, dass das, was der Staat sagt, wahr ist.

In Orwells kongenialem dystopischem «1984» gab es ähnliche Mechanismen. Prostitution und Glücksspiel waren rein technisch verboten, es drohten harte Strafen dafür. Die Mächtigen wussten aber, dass die Menschen im Alltag ihre kleine Portion Glück und Hoffnung brauchten. Deshalb liessen sie für diese Ablenkung vom tristen Alltag einen Schwarzmarkt unbehelligt laufen. Die Menschen spielten heimlich Lotto, nicht ahnend, dass das durchaus im Sinn der Diktatur war. Denn die absurde Hoffnung auf den grossen Gewinn, der alles leichter macht, sorgte dafür, dass die Bürger nicht aufmuckten. Es gab ja einen Silberstreifen am Horizont.

So funktionieren Diktaturen. Wer den Menschen keinerlei Anlass gibt, auf Besserung zu hoffen, befeuert die Revolution. Tu so, als könnte ihr Leben besser werden, und sie bleiben ruhig und tun, was du von ihnen willst.

Was in unseren Tagen geschieht, ist ganz ähnlich. «Du kannst dich ja frei äussern», heisst es. «Du kannst die Regierung straffrei kritisieren», heisst es. Wie grosszügig. Aber Tatsache ist: Im Verbund mit den Medien und durch Druck auf Verbreitungskanäle im Hintergrund wird dafür gesorgt, dass diese Kritik nie Fuss fassen kann. Es ist ein Kampf gegen Windmühlen, aber denen, die ihn fechten – mich eingeschlossen – wird vorgegaukelt, dass sie etwas verändern könnten. Was völlig unmöglich ist, wenn Regierungen die Informationskanäle auf Kurs trimmen und die meisten Medien dazu schweigen.

Noch nie in der Geschichte war die Wahrheit so offensichtlich und gleichzeitig chancenlos, an die Oberfläche zu kommen. Mittlerweile ist alles, was in den letzten drei Jahren geschehen ist, entzaubert, widerlegt, der Lüge überführt. Nach wie vor liest man in den gängigen Medien kaum etwas davon. Nach wie vor reagiert die Politik nicht darauf. Nach wie vor wird als «Verschwörungstheoretiker» gebrandmarkt, wer darauf hinweist, dass er das alles schon ganz am Anfang vorausgesagt hat.

Es ist eine perfekte Maschinerie. Perfekter, als sie sich George Orwell hätte ausdenken können. Selbst wenn wir 24 Stunden am Tag auf die Tastatur einhacken würden: Die Sklaven möchten glauben, dass sie frei sind, weil niemand zugeben will, ein Sklave zu sein.

Nicht die Herren sind das Problem. Die Sklaven sind es.

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